Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die pädagogische Praxis zum fachlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz

Digitale Online-Medien stellen einen alltäglichen Bestandteil und eine Sozialisationsinstanz in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen dar. Kommunikationsdienste, Multiplayer-Games und soziale Netzwerke ermöglichen jungen Menschen, unabhängig von Ort und Tageszeit in Kontakt mit der Peergroup oder anderen Personen zu treten sowie Informationen, Bild- und Videomaterial auszutauschen. Nicht zuletzt aufgrund dieser kaum begrenzten Interaktionsmöglichkeiten spielen digitale Medien auch im Kontext einer Sexualisierung von Kindheit und Jugend sowie sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche eine hervorgehobene Rolle. Zwar sind pädagogische Fachkräfte durch den Ausbau von Präventionskonzepten stärker noch als vor einigen Jahren sensibilisiert, um Hinweise auf Grenzverletzungen einzuschätzen und sexualisierter Gewalt vorzubeugen. Unsicherheiten und Lücken in existierenden Konzepten bestehen jedoch weiterhin hinsichtlich Übergriffen, in deren Zusammenhang Medien zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei der Anbahnung sexueller Ausbeutung, der Verstärkung von Abhängigkeiten und Schweigegeboten oder zwecks Herstellung und Verbreitung von Missbrauchsabbildungen.  

Das Human-Projektteam erforscht, wie derartigen Gewaltformen begegnet werden kann. Mittels empirischer Rekonstruktion der Handlungsstrategien von Expert*innen aus der spezialisierten Fachpraxis und den Wissenschaften, die zu sexualisierter Gewalt mit digitalem Medieneinsatz arbeiten, und unter Berücksichtigung des Erfahrungsexpert*innenentums von Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, werden aus dem Projekt fallbasierte Handlungsstrategien und –prinzipien abgeleitet, die der pädagogischen Praxis als fundierte Empfehlungen zugänglich gemacht werden.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

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Prof. Dr. Frederic Vobbe
Katharina Kärgel

SRH Hochschule Heidelberg
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